Mär 022013
 
A_stack_of_newspapers (author: Daniel R. Blume, licensed under cc-by-sa-2.0) Daniel R. Blume CC BY-NC-SA

Liebe schwarz-gelbe Koalition!

Ihr habt Euch an ein großes Thema herangetraut und es – 150 Jahre, nachdem dieses überaus wichtige Gesetz zum ersten mal gefordert wurde – geschafft, endlich dafür zu sorgen, daß die verachtenswerten “Presseschauen” von der Bildfläche verschwinden. Diese schmarotzenden Zeitungsblätter gibt es zwar nicht mehr, sie wurden aber durch noch schlimmere Schmarotzer abgelöst, die in dem seltsamen Medium namens “Internet” existieren und ebenfalls davon zu leben scheinen, die wertschöpfende Arbeit anderer zu ihrem eigenen Zweck und Gewinn zu mißbrauchen.
Besonders betroffen von diesen umtriebigen Emporkömmlingen ist der traditionsreiche Axel-Springer-Verlag, dessen in mühevoller Kleinarbeit und mit immensem Rechercheaufwand entstandenen journalistischen Werke von Firmen wie Google dazu mißbraucht werden, die Geschöpfe des “Internets” zu den Seiten des Verlages zu leiten, um dort kostenlos eben diese wertvollen Werke zu lesen.

Man muß schon sagen: es wurde Zeit! Ihr seid die erste Bundesregierung, die diesen gewaltigen Mißstand aus der Welt schafft! Die armen leidenden Opfer erfahren endlich Gerechtigkeit.

Oder doch nicht?
Kleinste Ausschnitte und Wörter sind jetzt doch erlaubt? Also macht Google gar nichts falsch? Aber wen trifft es dann, außer einigen zitierfreudigen Bloggern (auch so eine wilde Spezies aus dem “Internet”)? Aber die waren doch “explizit” ausgenommen? Ich fürchte, mein Verständnis der Rechtslage reicht nicht aus, um Eure großartige Leistung recht zu würdigen. Ich höre aber von einem Freund – der ist Anwalt und kennt sich wirklich aus, denn er verdient sein Geld damit, Rechtsverstöße in diesem “Internet” aufzudecken und dessen seltsame Einwohner dafür zur Kasse zu bitten – daß dieses Gesetz richtig ist, so, wie Ihr es gemacht habt.

Also: herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Leistung. Und hört nicht auf die Horde von Anarchisten, Schmarotzern und Nein-Sagern, die Euch weismachen soll, daß Euer Gesetz spätestens im Bundesrat scheitern wird. Schließlich sitzen da auch Leute, die diesem “Internet” eher skeptisch gegenüberstehen und dafür sorgen wollen, daß wir zu den gutren alten Zeiten zurückkehren, in denen man noch sechs Zeitungen kaufte, um sich einen objektiven Überblick zu verschaffen.

Ein gebildeter Zeitungsabonnent

Feb 052012
 
A_stack_of_newspapers (author: Daniel R. Blume, licensed under cc-by-sa-2.0) Daniel R. Blume CC BY-NC-SA

http://www.tagesschau.de/ausland/syrien1088.html

Die Regierungen Rußlands und Chinas versuchen, mit ihrem Veto die Demokratisierung der Arabischen Welt zu stoppen. Beide sind im Prinzip Diktaturen, und beide fürchten – zu Recht – daß der Funke des Widerstands auf ihre eigenen Länder überspringen könnte. In Rußland ist das sogar schon geschehen – Putin hat es nur noch nicht gemerkt.

 Posted by at 9:09
Nov 192011
 
A_stack_of_newspapers (author: Daniel R. Blume, licensed under cc-by-sa-2.0) Daniel R. Blume CC BY-NC-SA

“Der datenschutzrechtlichen Problematik ist sich Wright bewusst – er vertritt aber die Auffassung, dass die jüngere Generation damit keine großen Schwierigkeiten hat.”

via Hivemind: Will Wright will mit Spielern spielen statt mit Sims – Golem.de.

 Posted by at 9:26
Nov 152011
 
Nuclear Power Plant - Grohnde - Germany (author: Heinz-Josef Lücking, licensed under cc-by-sa 3.0 de share-alike) Heinz-Josef Lücking CC BY-SA

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/eon190.html

Wozu eigentlich ein Atomgesetz?
Warum zwingen wir nicht statt dessen einfach die AKW-Betreiber, ihre Kraftwerke gegen mögliche Risiken zu  versichern?  Wenn man sich den Erwartungswert ansieht, werden die monatlichen Prämien so bei 99 999 998,99 € liegen…

Mai 212010
 

Es ist schon etwas bedauerlich, wenn ein Magazin oder eine Webseite, die an sich hervorragend recherchiert und durchdachte Artikel liefert, sich zu einer haltlosen und einseitigen Filmkritik hinreißen läßt:

TP: “Prince of Persia – Der Sand der Zeit”.

Lieber Herr Suchsland! Ganz gleich, was man vom heutigen Hollywood Kino im Allgemeinen und von Computerspielverfilmungen im Besonderen halten mag:

Dieser Film ist nicht, wie von Ihnen vermutet, ein reines Merchandising-Produkt, das auf dem ursprünglichen ‘Prince of Persia’ mit seiner Klötzchengrafik basiert und mit einer banalen Story aufgepeppt wurde. Ganz im Gegenteil, es handelt sich um die Verfilmung des 2003 erschienenen Spiels ‘Prince of Persia – The Sands of Time’  und seiner relativ komplexen Storyline.

Ob diese Verfilmung auch gelungen ist, wird sich für mich herausstellen, wenn ich den Film sehe. Die Telepolis-Kritik, die auf vollständiger Unwissenheit und Unkenntnis der Tatsachen beruht, werde ich aber nicht zur Bildung meiner Meinung heranziehen.

Update

Ich hatte heute abend das Vergnügen, den Film selbst im Kino zu sehen – ohne 3D, was man den Machern bereits zugute halten sollte.

Der Anfang des Films war mir etwas zu rasch und hektisch – die Geschichte des Bettlerjungen, den der König von Persien zum Prinzen macht, hätte ruhig etwas feinfühliger und emotionaler erzählt werden dürfen. Danach nimmt die Handlung des Filmes aber rasch an Fahrt auf und zieht den Zuschauer bis zum Abschluß in ihren Bann. Große Enthüllungen, Überraschungen und philosophischen Tiefgang such man vergebens. Dieser Film ist ein Märchen mit Action, er spielt in derselben Liga wie Star Wars, Indiana Jones oder Pirates of the Caribbean – spannend, schnell und unterhaltsam. Mehr will er nicht sein, mehr muß er nicht sein. Die Darstellung ist sehenswert, die Schauspieler gut bis sehr gut. Da schließe ich mich dem Urteil des IMDb-Publikums (6.6 von 10 Punkten) gerne an.

 Posted by at 20:10
Mai 082010
 

Neu ist allerdings, dass “Bild” und Bild.de die Regeln des Presserates nicht einfach nur ignorieren, sondern Stimmung gegen diese machen und versuchen, den Presserat selbst unter Druck zu setzen. Und zwar mit Hilfe ihrer Leser.

Daran schloss sich der Aufruf an die Leser an, sich per E-Mail, Post oder Fax an den Presserat zu wenden:

via Post für den Presserat « BILDblog.

Ich habe davon abgesehen, den deutschen Presserat wegen solch einer Lappalie tatsächlich anzuschreiben – auch wenn eine Ermutigung per email dort vermutlich gut aufgenommen würde. Statt dessen wähle ich den Weg über mein Blog, um dem Presserat hiermit ein dickes Lob auszusprechen:

Weiter so, lieber Presserat! Eine Zeitung, die den Objekten ihrer Berichterstattung jegliche Menschenwürde zu nehmen versucht – egal ob sie sich des Verbrechens des Kindesmißbrauchs schuldig gemacht haben oder nicht – muß strikt an die Kandarre genommen werden. Bitte führen Sie Ihre harte Linie gegen die Bildzeitung fort!

 Posted by at 8:58